FURNIER oder DER WERKSTOFF AUS DEM DIE GESTALTERTRÄUME SIND

Innenarchitekten und Designer sprechen vom Zeitalter der Materialien. Aus diesem Grund ist der Werkstoff Furnier hochinteressant, da er im Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation steht. Furnier als Gestaltungselement behält auch nach der Verarbeitung seine natürliche Schönheit und optische Dynamik. Besinnung auf natürliche Werte, nachwachsende Rohstoffe und wohngesunde Materialien stehen im Zentrum bei der Gestaltung moderner Wohnwelten. Daher ist Furnier Nummer Eins bei der Gestaltung individueller Wohnwelten sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum. Diese auf einzigartige Weise erzeugten Holzoberflächen bringen Natur in unsere Wohnräume, Büros oder Konzerthallen, um nur einige Beispiele zu nennen. Furnier ist der Garant für eine angenehme wohnliche Atmosphäre. 

UNVERGLEICHLICHE VIELFALT,  UNWIDERSTEHLICHER NATÜRLICHER CHARME

Furnier ist Holz in seiner attraktivsten Form. Experten aus der Holzbranche sehen in Furnieren das Edelste, was man aus Holz erzeugen kann. In jedem Furnier spürt man den natürlichen Ursprung. Holz ist ein gewachsener Rohstoff. Jede Holzart besitzt charakteristische Merkmale und zeichnet sich durch dekorative Besonderheiten aus. Jede Holzmaserung erzählt eine interessante Geschichte. So wie sich kein Fingerabdruck auf der ganzen Welt gleicht, so gleicht kein Furnierblatt dem anderen. Zeichnung und Struktur jedes einzelnen Furnierblattes sind einzigartig und jedes weist einen individuellen Charakter auf. Sowohl in Optik als auch Haptik ist Furnier eine faszinierende Oberfläche, die gestalterischen Ideen einen großen Spielraum für den Einsatz im Rahmen architektonischer Konzepte bietet.

RESSOURCEN-SCHONER MIT HANG ZU EXTRAVAGANZ

Und Furniere sind auch aus ökologischer Sicht bemerkenswert: Denn sie sind die sparsamste Art der Holznutzung und bilden daher die höchste Wertschöpfung dieses Naturrohstoffes. Und das war auch schon beim Ursprung dieser Art der Holzverarbeitung bereits der Leitgedanke. Denn geschichtlich gesehen wurde die Furniertechnik von den Ägyptern bereits vor rund 5.000 Jahren eingesetzt. Im waldarmen Ägypten dieser Epoche waren edle Hölzer ebenso begehrt wie selten. Dies zwang die Ägypter zu einer möglichst ökonomischen Verarbeitungsweise. Sie schnitten das Holz in feine Brettchen und befestigten diese dann mit Klebern und mit feinen Holzstiften auf optisch weniger attraktiven Holzflächen. Furnierte Möbelstücke, die als Grabbeigaben für Tutanchamun genutzt wurden, sind im Jahre 1922 entdeckt worden und belegen als Zeitzeugen die große Bedeutung dieser altertümlichen Furniertechnik. 

In Zeiten in denen Naturressourcen mit Bedacht genutzt werden, stellt die Furniererzeugung einen ökologischen sinnvollen Weg der Holznutzung dar. Jeder Holzstamm wird dabei zu 100 Prozent genutzt und auf diese Art und Weise tragen Furniere ihren Teil bei, dass umweltschonend agiert wird.

VOM EXKLUSIVEN WERKSTOFF ZUM MASSENPRODUKT UND WIEDER RETOUR

In Europa fasste die Furnier-Verarbeitungsweise ab dem 14. Jahrhundert Fuß. Die Herstellung der Furniere war damals jedoch so aufwändig, dass die daraus hergestellten Möbelstücke nur der wohlhabenden Bevölkerungsschicht vorbehalten waren. Erst im 19. Jahrhundert begann die industrielle Verarbeitung von Furnieren, die es nun auch ermöglichte, größere Mengen zu erzeugen. Der Siegeszug dieses Holzwerkstoffes war damit besiegelt und die Beliebtheit ist bis heute ungebrochen: Als wichtiges Gestaltungselement im Innenausbau wie etwa für Böden, Decke und Wand oder auch in der Türenfertigung bis zur Nutzung in der Möbelindustrie. Trotz der Massenfertigung haben Furniere nichts von ihrer natürlichen Eleganz verloren. Und auch bei Exklusivität punkten Furniere nach wie vor: Auch ausgefallene und luxuriöse Ansprüche können aufgrund der Herstellungsvielfalt und Holzarten erfüllt werden.

EIN WEITER WEG BIS ZUR ENTFALTETEN SCHÖNHEIT

Was haben ein Schmetterling und Holzfurniere gemeinsam? Nun bei beiden ist die natürliche Schönheit von Anfang an gegeben. Aber bis zum endgültigen Stadium dauert es seine Zeit. Beim Furnier beginnt das schon mit der langen Wachstumsphase des jeweiligen Holzes. Nach der Vorselektion des Schnittholzes und nach dem Einkauf und der Anlieferung des Rundholzes ins Furnierwerk werden die Stämme mit Bewässerungsanlagen feucht gehalten, um ihre Elastizität bis zur eigentlichen Verarbeitung sicher zu stellen. Geht ein Stamm in die Produktion, wird er zuerst grob von der Rinde befreit. Dann wird je nach Qualität und an Hand eines Kernschnittes die optimale Schnittstärke festgelegt. Nach dem Kernschnitt wird der Stamm noch einmal zusammengeklammert und in Dämpfgruben gedämpft bzw. gekocht, um eine optimale Elastizität für das Messern sicherzustellen.

Der nach dem Dämpfen wieder geteilte und gesäuberte Stamm kommt dann zum Messern. Es gibt zwei verschiedene Gruppen: Messer- und Schälfurnier. Beim Messerfurnier wird an der flachen Seite des Stammes ein Furnierblatt nach dem anderen heruntergeschnitten, bei Schälfurnier wird der Stamm von außen aufgearbeitet. Anschließend erfolgt das Trocknen und Bündeln der Furniere sowie das Pressen der Bunde. Diese werden danach vierseitig beschnitten und von unseren Fachleuten vorsortiert.